Glasharfenkonzert begeistert

Oben: Konzertglasharfenistin Susanne Würmel, unten links in der vorderen Reihe Landrat Michael Schünemann und Superintendentin Christiane Nadjé-Wirth, unten rechts Walter Waske dankt Susanne Würmel. Fotos: Stefanie Waske

Autsch! Ein Kaktus, der sticht – aber nur musikalisch. In Boffzen wurde „Mein kleiner grüner Kaktus“ aber nicht von einem Männersextett präsentiert, sondern von Susanne Würmell und ihrer Glasharfe. Das ungewöhnliche Instrument ähnelt einer Reihe Weingläser auf einem Tablett. Die Töne klangen hell, klar und zart, mal schnippsig kurz, mal lang summend, mal melodisch kreisend.

Das Konzert mit der Hannoveraner Künstlerin hatte der Freundeskreis Glas eigentlich bereits zur Einweihung des Glasstelenwegs ein Jahr zuvor organisiert. Wegen der Corona-Pandemie war es verschoben worden und fand nun vor ausverkauftem Haus in der Evangelischen Erlöserkirche Boffzens statt. Die Zuhörerinnen und Zuhörern begrüßten der Vorsitzende des Freundeskreises Glas, Walter Waske, und die ehemalige Pastorin der Gemeinde, Superintendentin Christiane Nadjé-Wirth. Auch Landrat Michael Schünemann war zu Gast. Er vertrat als Vorsitzender die Kulturstiftung des Landkreises, die das Konzert finanziell unterstützt hatte.

Musikerin Susanne Würmell bot eine beschwingte musikalische Reise durch die vier Elemente Erde, Wasser, Luft und Feuer und über die Kontinente. Mit ihren zehn Fingern und etwas Wasser setzte sie die 43 Kristallgläser in sphärische Schwingungen. Es erklangen unter anderem ein Walzer von Dimitri Schostakowitsch, ein Tango von Astor Piazolla und die Wassermusik von Georg Friedrich Händel. Dazu erzählte Susanne Würmell Geschichten und Poetisches, erläuterte die Stücke, ihre Komponisten, ließ auch die Geschichte der Glasharfe aufblitzen. Das Publikum zeigte sich fasziniert vom Instrument wie von der Künstlerin und dankte mit großem und lang andauerndem Applaus.

Susanne Würmell spielt das Sternschnuppenscherzo Etoiles Filantes vom Glasmusiker Bruno Hoffmann, Video: Stefanie Waske

Heimat- und Geschichtsverein Holzminden besucht Glasstelenweg

Glas und seine Geschichte – dieses spannende Thema hat den Heimat- und Geschichtsverein Holzminden schon häufig beschäftigt, beispielsweise bei Erkundungen der mittelalterlichen Wanderglashütten des Sollings und des Iths. Beim gestrigen Besuch des Vereines in Boffzen stand jedoch die neuere Geschichte im Zentrum, nachdem die Gründung von Glashütten den Weg in Industriemoderne gebahnt hatte. Der Freundeskreis Glas hatte bereits vor einem Jahr einen Glasstelenweg zu 150 Jahren Glasindustrie Boffzens eröffnet – und nun ließ die Pandemielage einen persönlichen Besuch zu. Zu der von ihrer Vorsitzenden Marlies Linnemann angeführten Gruppe des Heimat- und Geschichtsvereins Holzminden stießen noch eine Reihe weiterer Besucher aus Boffzen und umliegenden Orte.

Walter Waske, Vorsitzender des Freundeskreises Glas und die Autoren des Gasstelenweges, PD Dr. Uwe Spiekermann und Dr. Stefanie Waske, führten die Gruppe zu wichtigen historischen Orten, auch die Vorstandmitglieder des Boffzener Vereins Hans-Hermann Henze und Gerda Henke ließen sich den Austausch nicht entgehen. Schwerpunkt des Rundgangs war die Sozialgeschichte, die Konturen und Unterschiede zwischen dem Leben der Unternehmerfamilien und der Glasarbeiter. Es ging vorbei an Villen und Arbeiterhäusern, den Glashütten und der früheren Konsumgenossenschaft. Zudem tauschten man sich noch über gemeinsame Themen aus, insbesondere die Geschichte der Nationalsozialismus und der jüdischen Geschichte. Anderthalb Stunden waren anfangs anberaumt, zwei Stunden vergingen schließlich wie im Flug.

Wer mehr über den Heimat- und Geschichtsverein Holzminden und seine Arbeit wissen möchte, der findet unter https://hgv-holzminden.de/ reichhaltiges Material. So viel schon vorab: Der Heimat- und Geschichtsverein für Landkreis und Stadt Holzminden e.V. (HGV) besteht seit 1983. Es geht den Mitgliedern um eine kritische und rückfragende Heimat- und Naturkunde, um die Erforschung der reichen Geschichte der Region seit dem Mittelalter bis zur Gegenwart. Die Forschungen werden durch Vorträge, Veranstaltung und Publikationen einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt.

Impressionen vom Rundweg: Oben erläutert PD Dr. Uwe Spiekermann die Arbeitersiedlung Steinbreite, rechts berichtet Dr. Stefanie Waske von der Unternehmerfamilie von Campe und unten begrüßen die Vereinsvorsitzenden Marlies Linnemann und Walter Waske die Gruppe. Fotos (3) Stefanie Waske (1) Uwe Spiekermann

Glasharfen Konzert in der Erlöser Kirche in Boffzen

Wer dabei sein will, muss sich beeilen: Für das Glasharfen Konzert am 7. November 2021 mit Susanne Würmell in der Erlöser Kirche Boffzen gibt es nur einige Restkarten. Dieses verbindet Glasmacherkunst mit Musik, die weltweit verbindet und begeistert. Mit zehn Fingern und etwas Wasser entlockt die Musikerin ihrem Instrument Töne, die von eindringlicher Kraft und Klarheit sind, aber auch zerbrechlich wie das Glas selbst. Musiklegenden tönen aus 43 von der Künstlerin selbst geschliffenen Kristallkelchen, der Glasharfe. Zu Gehör kommt u.a. Frank Sinatra, Astor Piazzolla, Felix Mendelssohn-Bartholdy, die Comedian Harmonist, Wolfgang Amadeus Mozart und Johann Sebastian Bach.

Ursprünglich war das Konzert im Rahmen der Eröffnung des Glasstelenweges geplant gewesen. Damals konnte es wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden. Umso mehr freut sich der Verein, diese musikalische Veranstaltung nun nachholen zu können.

Der Eintrittspreis beträgt im Vorverkauf 8 Euro pro Teilnehmer, an der Abendkasse 10 Euro.

Beginn ist 17 Uhr, Einlass ab 16.30 Uhr. Vor dem Konzert bietet das Kirchen Café ab 15 Uhr Kaffee und Kuchen.

Für das Konzert gilt die 2-G-Regel als Teilnahmebedingung. Das heißt nur Genesene und Geimpfte können am Konzert teilnehmen, die entsprechenden Nachweise sind zum Konzertabend mitzubringen. Eine Maskenpflicht während des Konzerts besteht nicht. 

Anmeldung: Per Telefon bei Walter Waske, 05271/950304 mit Angabe der Wohnungsanschrift, oder per E-Mail: walter.waske@t-online.de

„Wir trotzen dem Vandalismus!“

Glasstelenweg in Boffzen wieder vollständig

Sichtliche Freude bei Walter Waske und Karl-August Fricke vom Freundeskreis Glas in Boffzen: Nach zehn Wochen ist der Rundweg auf den Spuren der Glasindustrie wieder vollständig. „Wir trotzen dem Vandalismus! Uns war es wichtig, den Besucherinnen und Besuchern rasch wieder einen kompletten Glasstelenweg bieten zu können“, betont Vorsitzender Waske. Unterstützt vom Mitarbeiter der Samtgemeinde Boffzen Manfred Reichenauer, hatten er und Fricke die fehlende zehnte Stele aufgestellt.

Karl-August Fricke, Manfred Reichenauer und Walter Waske beim Aufstellen der Glasstele.  Fotos: Brigitta Waske

Am frühen Morgen des 14. Mai 2021 hatten laut Augenzeugen Jugendliche die Stele aus der Verankerung gerissen und zerstört. Die Täter wurden von der Polizei bisher nicht dingfest gemacht. „Bitte rufen Sie immer die Polizei, wenn Sie Vandalismus beobachten. Das ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat“, betont der Vorsitzende des Freundeskreises. Die Hoffnungen, dank der Personenbeschreibungen würden sich die Täter rasch ermitteln lassen, blieben bis heute unerfüllt. Die 2000 Euro Schaden teilen sich der Freundeskreis Glas und die Gemeinde Boffzen. Die Fußstütze war noch zu benutzen, das Sicherheitsglas der Stele hingegen vollkommen zersplittert.

Sachdienliche Hinweise sind weiterhin gefragt: Melden Sie diese bitte an die Polizeistation Boffzen, Telefon: 05271-694820.

Der Boffzener Glasstelenweg in den Lauenförder Blättern

„Geschichte abseits von Museum und Buch: Der Boffzener Glasstelenweg“ lautet der griffige Titel eines just in den Lauenförder Blättern (Jahrgang 9, 2021, Ausgabe 24, Seite 5-10) erschienen Artikels. Darin stellen Uwe Spiekermann und Stefanie Waske den von ihnen konzipierten Glasstellenweg kurz vor, erläutern dessen Themen und Schwerpunkte und benennen die wichtigsten Förderer und Unterstützer.

Die „Lauenförder Blätter“ werden von Erich Gauding (Niederes Feld 10, 37697 Lauenförde, lauenfoerder-blaetter@t-online.de, Tel.: 05273-1265) in Verbindung mit dem Heimat- und Geschichtsverein Lauenförde e.V. herausgegeben. Die reich bebilderte Zeitschrift zur Lokalgeschichte kostet 3 € pro Ausgabe. Auswärtigen wird das Heft gegen eine Kostenpauschale von 1,50 € auch gerne zugesandt.

Foto: Stefanie Waske

Ein gläsernes Rätsel

Blick von oben auf den Gegenstand. Foto: Stefanie Waske

Manchmal stolpert man über eigenwillige Glasobjekte. So wie diesen Glashohlkörper, der aus einem Gebrauchtwaren-Kaufhaus stammt. Auf den ersten Blick erinnert er an eine Blumenvase. Doch die Pressglasnähte an der Oberfläche erinnern mehr an ein Vorratsglas. Die Marke am Boden verrät, dass der Gegenstand in der Georgshütte in Boffzen entstanden ist. Wir freuen uns über Ihre Hinweise, um was es sich handelt und sind gespannt. Schreiben Sie uns unter: freundeskreisglas@gmail.com

Erinnert ein wenig an eine Vase. Foto: Stefanie Waske

Zerstörerischer Vandalismus in Boffzen

Bild der Zerstörung am Platz der Glasstelen zu Noelle & von Campe am heutigen Morgen. Fotos: Walter Waske

Bisher Unbekannte haben heute, 14. Mai 2021, zwischen vier und fünf Uhr morgens versucht, eine Glasstele des neuen Rundweges zu zerstören. Sie rissen sie aus der Bodenverankerung und stießen sie zu Boden. Anwohner meldeten diese Straftat. Es handelt sich um die Stele zur Nachkriegszeit von Noelle & von Campe „Wachstum durch Glasverpackungen – Noelle & von Campe 1950-1980“. Das Ordnungsamt der Gemeinde Boffzen und die Polizei sind eingeschaltet, nach den Tätern wird gefahndet. Laut Augenzeugen soll es sich um drei Personen handeln, so die Polizei. Der Schaden wird auf 4000 Euro geschätzt.

Am Boden liegende Stele

Erst vergangene Woche hatte die höchste Repräsentantin Niedersachsens, Landtagspräsidentin Dr. Gabriele Andretta, auf Einladung der Landtagsabgeordneten Sabine Tippelt den Boffzener Glasstelenweg besucht und als wichtigten Beitrag zur Regionalgeschichte gewürdigt.

Die Tat reiht sich ein in eine zunehmende Zahl von Zerstörungen im öffentlichen Raum Boffzens. Sachdienliche Hinweise richten Sie bitte an die Polizeistation Boffzen, Telefon: 05271 694820 sowie den Freundeskreis Glas. „Wir werden uns bemühen, die Stele so schnell wie möglich wieder aufzubauen, trotz des finanziellen Schadens“, so der Vorsitzende Walter Waske.

Hoher Besuch in Boffzen: Dr. Gabriele Andretta und Sabine Tippelt besuchen den Glasstelenweg

Vor der Villa von Max Eugen Noelle: Walter Waske erläutert Dr. Gabriele Andretta (v.l.), Tino Wenkel und Sabine Tippelt die Familiengeschichte des Erbauers und dessen soziales Engagement. Rechts im Bild Hans-Hermann Henze und Gerda Henke, verdeckt Gudrun Raßmann.

Auch im Niedersächsischen Landtag ist der Glasstelenweg des Freundeskreises Glas nun ein Begriff: Auf Einladung der Wahlkreisabgeordneten Sabine Tippelt bereiste Landtagspräsidentin Dr. Gabriele Andretta einen Tag lang den Landkreis Holzminden – und Boffzen war ihre erste Station.

Das freute die Vorstandsmitglieder Walter Waske, Hans-Hermann Henze, Gerda Henke und Karl-August Fricke, die beiden die wichtigsten Stationen des Glasstelenweges vorstellten. Auch Samtgemeindebürgermeister Tino Wenkel und Bürgermeisterin Gudrun Raßmann hatten es sich nicht nehmen lassen, die Gäste zu begrüßen, mitzugehen und auch Boffzener Themen anzusprechen. Stefanie Waske, Mitautorin der Stelentexte, zeigte zudem die Bezüge zur Glashütte in Grünenplan auf, wo der Großvater von Sabine Tippelt einst arbeitete.

Imposante Unternehmervillen und eine kleine Arbeitersiedlung in einem Ort wie Boffzen – das erstaunte und beeindruckte Andretta. Solches finde man sonst eher in Industrieregionen. Beide Gäste aus dem Landtag begrüßten auch die Verbindung der Stelen mit digitalen Angeboten auf der Internetseite glas-in-boffzen.com. Gerade Jüngere würden so erreicht. Geschichte, waren sich alle einig,  ist mehr als Überholtes, Vergangenes, denn ohne Herkunft keine Zukunft, kein unternehmerischer Erfolg. All das reiche über Boffzen hinaus: Tippelt verwies auf das Interesse, in ihrem Heimatort Delligsen ebenfalls Stelen zu errichten. Boffzen könne mit anderen Glasstandorten im Landkreis verbunden werden, könne so auch Touristen ins Weserbergland locken.

Walter Waske erzählte von der Entstehung des Glasstelenweges, den Konflikten wegen der Darstellung der NS-Zeit und über die nächsten Projekte des Vereins. „Für den Freundeskreis ist es ein Glück, dass uns die Gemeinde so unterstützt“, betonte der Vorsitzende. Anfang Mai habe die Samtgemeindeverwaltung einen neuen Mitarbeiter eingestellt, der das Archiv neu aufstellen und teils digitalisieren solle. „Die dortigen wichtigen Bestände zur Glasgeschichte des Ortes sind ein Schatz, den wir als Verein in den kommenden Jahren heben wollen.“ Ausstellungen und neue Geschichten für die Interseite würden folgen.

Windböen und Regengüsse: Diese konnten die Landtagspräsidentin Dr. Gabriele Andretta nicht daran hindern, den Glasstelenweg zu entdecken, rechts mit Walter Waske. Fotos: Stefanie Waske

Freundeskreis Glas sagt „Welcome!“

Dr. Ian and Regine Gatfield übersetzen die Glasstelen-Texte. Foto: Stefanie Waske

Boffzens Glasgeschichte ist ab jetzt auch in englischer Sprache zu erkunden. Die Texte zu den elf Glasstelen des Rundwegs wurden übersetzt und sind auf der Webseite einfach abrufbar. „Wegen der Corona-Pandemie ist der Tourismus stark eingeschränkt. Als Freundeskreis Glas wollen wir nun auch ausländische Gäste neugierig auf Boffzen machen, Ihnen von zuhause aus einen ersten Eindruck ermöglichen“, betont der Vorsitzende des Freundeskreises Glas, Walter Waske. Ian und Regine Gatfield, Mitglieder des Freundeskreises, haben in vielen Stunden Arbeit die Übersetzung angefertigt; Stefanie Waske hat die Website erweitert. „Dies hilft, die Bekanntheit des Ortes und seiner Geschichte zu vergrößern. Zudem hoffen wir als Verein auf einen Austausch mit ausländischen Glasfreunden und Touristen.“

Frohe Ostern!

Zwei Hasen haben es sich am Glasstelen-Weg gemütlich gemacht. Foto: Stefanie Waske

Der Freundeskreis Glas wünscht allen ein schönes Osterfest. Neulich wurden schon zwei gläserne Hasen beim Besuch des Glasstelen-Weges gesichtet. Wo sind Sie geblieben? Finden Sie es heraus. Viel Freude beim Osterspaziergang!