„Wir trotzen dem Vandalismus!“

Glasstelenweg in Boffzen wieder vollständig

Sichtliche Freude bei Walter Waske und Karl-August Fricke vom Freundeskreis Glas in Boffzen: Nach zehn Wochen ist der Rundweg auf den Spuren der Glasindustrie wieder vollständig. „Wir trotzen dem Vandalismus! Uns war es wichtig, den Besucherinnen und Besuchern rasch wieder einen kompletten Glasstelenweg bieten zu können“, betont Vorsitzender Waske. Unterstützt vom Mitarbeiter der Samtgemeinde Boffzen Manfred Reichenauer, hatten er und Fricke die fehlende zehnte Stele aufgestellt.

Karl-August Fricke, Manfred Reichenauer und Walter Waske beim Aufstellen der Glasstele.  Fotos: Brigitta Waske

Am frühen Morgen des 14. Mai 2021 hatten laut Augenzeugen Jugendliche die Stele aus der Verankerung gerissen und zerstört. Die Täter wurden von der Polizei bisher nicht dingfest gemacht. „Bitte rufen Sie immer die Polizei, wenn Sie Vandalismus beobachten. Das ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat“, betont der Vorsitzende des Freundeskreises. Die Hoffnungen, dank der Personenbeschreibungen würden sich die Täter rasch ermitteln lassen, blieben bis heute unerfüllt. Die 2000 Euro Schaden teilen sich der Freundeskreis Glas und die Gemeinde Boffzen. Die Fußstütze war noch zu benutzen, das Sicherheitsglas der Stele hingegen vollkommen zersplittert.

Sachdienliche Hinweise sind weiterhin gefragt: Melden Sie diese bitte an die Polizeistation Boffzen, Telefon: 05271-694820.

Der Boffzener Glasstelenweg in den Lauenförder Blättern

„Geschichte abseits von Museum und Buch: Der Boffzener Glasstelenweg“ lautet der griffige Titel eines just in den Lauenförder Blättern (Jahrgang 9, 2021, Ausgabe 24, Seite 5-10) erschienen Artikels. Darin stellen Uwe Spiekermann und Stefanie Waske den von ihnen konzipierten Glasstellenweg kurz vor, erläutern dessen Themen und Schwerpunkte und benennen die wichtigsten Förderer und Unterstützer.

Die „Lauenförder Blätter“ werden von Erich Gauding (Niederes Feld 10, 37697 Lauenförde, lauenfoerder-blaetter@t-online.de, Tel.: 05273-1265) in Verbindung mit dem Heimat- und Geschichtsverein Lauenförde e.V. herausgegeben. Die reich bebilderte Zeitschrift zur Lokalgeschichte kostet 3 € pro Ausgabe. Auswärtigen wird das Heft gegen eine Kostenpauschale von 1,50 € auch gerne zugesandt.

Foto: Stefanie Waske

Ein gläsernes Rätsel

Blick von oben auf den Gegenstand. Foto: Stefanie Waske

Manchmal stolpert man über eigenwillige Glasobjekte. So wie diesen Glashohlkörper, der aus einem Gebrauchtwaren-Kaufhaus stammt. Auf den ersten Blick erinnert er an eine Blumenvase. Doch die Pressglasnähte an der Oberfläche erinnern mehr an ein Vorratsglas. Die Marke am Boden verrät, dass der Gegenstand in der Georgshütte in Boffzen entstanden ist. Wir freuen uns über Ihre Hinweise, um was es sich handelt und sind gespannt. Schreiben Sie uns unter: freundeskreisglas@gmail.com

Erinnert ein wenig an eine Vase. Foto: Stefanie Waske

Zerstörerischer Vandalismus in Boffzen

Bild der Zerstörung am Platz der Glasstelen zu Noelle & von Campe am heutigen Morgen. Fotos: Walter Waske

Bisher Unbekannte haben heute, 14. Mai 2021, zwischen vier und fünf Uhr morgens versucht, eine Glasstele des neuen Rundweges zu zerstören. Sie rissen sie aus der Bodenverankerung und stießen sie zu Boden. Anwohner meldeten diese Straftat. Es handelt sich um die Stele zur Nachkriegszeit von Noelle & von Campe „Wachstum durch Glasverpackungen – Noelle & von Campe 1950-1980“. Das Ordnungsamt der Gemeinde Boffzen und die Polizei sind eingeschaltet, nach den Tätern wird gefahndet. Laut Augenzeugen soll es sich um drei Personen handeln, so die Polizei. Der Schaden wird auf 4000 Euro geschätzt.

Am Boden liegende Stele

Erst vergangene Woche hatte die höchste Repräsentantin Niedersachsens, Landtagspräsidentin Dr. Gabriele Andretta, auf Einladung der Landtagsabgeordneten Sabine Tippelt den Boffzener Glasstelenweg besucht und als wichtigten Beitrag zur Regionalgeschichte gewürdigt.

Die Tat reiht sich ein in eine zunehmende Zahl von Zerstörungen im öffentlichen Raum Boffzens. Sachdienliche Hinweise richten Sie bitte an die Polizeistation Boffzen, Telefon: 05271 694820 sowie den Freundeskreis Glas. „Wir werden uns bemühen, die Stele so schnell wie möglich wieder aufzubauen, trotz des finanziellen Schadens“, so der Vorsitzende Walter Waske.

Hoher Besuch in Boffzen: Dr. Gabriele Andretta und Sabine Tippelt besuchen den Glasstelenweg

Vor der Villa von Max Eugen Noelle: Walter Waske erläutert Dr. Gabriele Andretta (v.l.), Tino Wenkel und Sabine Tippelt die Familiengeschichte des Erbauers und dessen soziales Engagement. Rechts im Bild Hans-Hermann Henze und Gerda Henke, verdeckt Gudrun Raßmann.

Auch im Niedersächsischen Landtag ist der Glasstelenweg des Freundeskreises Glas nun ein Begriff: Auf Einladung der Wahlkreisabgeordneten Sabine Tippelt bereiste Landtagspräsidentin Dr. Gabriele Andretta einen Tag lang den Landkreis Holzminden – und Boffzen war ihre erste Station.

Das freute die Vorstandsmitglieder Walter Waske, Hans-Hermann Henze, Gerda Henke und Karl-August Fricke, die beiden die wichtigsten Stationen des Glasstelenweges vorstellten. Auch Samtgemeindebürgermeister Tino Wenkel und Bürgermeisterin Gudrun Raßmann hatten es sich nicht nehmen lassen, die Gäste zu begrüßen, mitzugehen und auch Boffzener Themen anzusprechen. Stefanie Waske, Mitautorin der Stelentexte, zeigte zudem die Bezüge zur Glashütte in Grünenplan auf, wo der Großvater von Sabine Tippelt einst arbeitete.

Imposante Unternehmervillen und eine kleine Arbeitersiedlung in einem Ort wie Boffzen – das erstaunte und beeindruckte Andretta. Solches finde man sonst eher in Industrieregionen. Beide Gäste aus dem Landtag begrüßten auch die Verbindung der Stelen mit digitalen Angeboten auf der Internetseite glas-in-boffzen.com. Gerade Jüngere würden so erreicht. Geschichte, waren sich alle einig,  ist mehr als Überholtes, Vergangenes, denn ohne Herkunft keine Zukunft, kein unternehmerischer Erfolg. All das reiche über Boffzen hinaus: Tippelt verwies auf das Interesse, in ihrem Heimatort Delligsen ebenfalls Stelen zu errichten. Boffzen könne mit anderen Glasstandorten im Landkreis verbunden werden, könne so auch Touristen ins Weserbergland locken.

Walter Waske erzählte von der Entstehung des Glasstelenweges, den Konflikten wegen der Darstellung der NS-Zeit und über die nächsten Projekte des Vereins. „Für den Freundeskreis ist es ein Glück, dass uns die Gemeinde so unterstützt“, betonte der Vorsitzende. Anfang Mai habe die Samtgemeindeverwaltung einen neuen Mitarbeiter eingestellt, der das Archiv neu aufstellen und teils digitalisieren solle. „Die dortigen wichtigen Bestände zur Glasgeschichte des Ortes sind ein Schatz, den wir als Verein in den kommenden Jahren heben wollen.“ Ausstellungen und neue Geschichten für die Interseite würden folgen.

Windböen und Regengüsse: Diese konnten die Landtagspräsidentin Dr. Gabriele Andretta nicht daran hindern, den Glasstelenweg zu entdecken, rechts mit Walter Waske. Fotos: Stefanie Waske

Freundeskreis Glas sagt „Welcome!“

Dr. Ian and Regine Gatfield übersetzen die Glasstelen-Texte. Foto: Stefanie Waske

Boffzens Glasgeschichte ist ab jetzt auch in englischer Sprache zu erkunden. Die Texte zu den elf Glasstelen des Rundwegs wurden übersetzt und sind auf der Webseite einfach abrufbar. „Wegen der Corona-Pandemie ist der Tourismus stark eingeschränkt. Als Freundeskreis Glas wollen wir nun auch ausländische Gäste neugierig auf Boffzen machen, Ihnen von zuhause aus einen ersten Eindruck ermöglichen“, betont der Vorsitzende des Freundeskreises Glas, Walter Waske. Ian und Regine Gatfield, Mitglieder des Freundeskreises, haben in vielen Stunden Arbeit die Übersetzung angefertigt; Stefanie Waske hat die Website erweitert. „Dies hilft, die Bekanntheit des Ortes und seiner Geschichte zu vergrößern. Zudem hoffen wir als Verein auf einen Austausch mit ausländischen Glasfreunden und Touristen.“

Frohe Ostern!

Zwei Hasen haben es sich am Glasstelen-Weg gemütlich gemacht. Foto: Stefanie Waske

Der Freundeskreis Glas wünscht allen ein schönes Osterfest. Neulich wurden schon zwei gläserne Hasen beim Besuch des Glasstelen-Weges gesichtet. Wo sind Sie geblieben? Finden Sie es heraus. Viel Freude beim Osterspaziergang!

Frühlingsvorboten

Die ersten warmen Temperaturen machen Lust auf einen Ausflug: So wie dieser Familie geht es sicherlich gerade vielen. Wie wäre es mit einem Besuch des Glasstelen-Wegs? Das ist auch unter den Bedingungen des Corona-Lockdowns möglich. Wir vom Freundeskreis Glas e.V. hoffen, bald auch wieder Führungen anbieten zu können. Die Vorbereitungen dazu laufen bereits. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Die ersten Krokusse zeigen sich: Edith Kleine hat die Zwiebeln an dieser Glasstele zu den Arbeiterhäusern von Noelle & von Campe im Herbst gesteckt. Fotos: Walter Waske

Frohes neues Jahr!

Die Corona-Pandemie sorgt nicht für Sektlaune, auf schöne Gläser wollten wir aber nicht verzichten. Foto: Stefanie Waske

Das Vereinsjahr 2020 war anstrengend, arbeitsreich und erfolgreich. Unser Glasstelenweg wird gut angenommen. Die Rückmeldungen aus der Gemeinde und den Nutzern der Internetseiten ermutigen uns, die Glasgeschichten weiter zu vertiefen.

Was sind die Herausforderungen 2021?

  • Wir werden mit Hilfe des neu angeschafften  Archivprogramms (FAUST) die vorhandenen Archivalien (Texte und Bilder) für uns und die regionale Forschung digitalisieren. Der Werkstoff Glas wird so auch für andere attraktiver werden.
  • Unsere Mitglieder Ian und Regina Gatfield haben die Glasstelen-Texte in die englische Sprache übersetzt, so dass die Boffzener Glasgeschichte für Touristen im Weserbergland zugänglich sein wird.  Diese Texte werden wir in den nächsten Wochen auf der Website einstellen, so dass sie nach Ende des Lockdowns auch an den Glasstelen abgerufen werden können.
  • Der Museumsfilm „150 Jahre Glas aus Boffzen“ wird neu geschnitten und für unsere Homepage vorbereitet. Eine Vernetzung mit den Glasstelen in verschiedenen Orten in den Landkreisen Holzminden und Hameln wollen wir anregen und fortentwickeln.
  • Mehrere Vertiefungstexte zur Boffzener Glasgeschichte werden bald verfügbar sein, etwa zum Einkaufen im früheren Konsum oder zur Glasarbeitersiedlung Steinbreite. Weitere Vertiefungen werden folgen.
  • Die Eröffnung des Glasstelenweges hat zudem viele Mitbürger angeregt, uns auf weitere Facetten der Boffzener Glasgeschichte hinzuweisen und uns auch neue Quellen zugänglich gemacht. Auch deshalb die Bitte, in Ihrem Bekanntenkreis immer wieder nachzufragen.

Wir hoffen sehr, dass im Laufe des Jahres auch wieder mehr persönliche Begegnungen und Ausflüge des Vereins möglich sein werden. Wir haben schon klare Ideen, sind aber für weitere Vorschläge offen.

Ihnen wünschen wir ein gesundes, glückliches neues Jahr 2021. Auf bald in Boffzen!