Ausflug ins Glasmuseum Immenhausen

Zerbrechliche Kunst – Studioglasarbeiten wie diese werden im Glasmuseum Immenhausen zu sehen sein, hier eine aus dem Jahr 2015. Foto: Stefanie Waske

Wer sich für Glaskunst begeistert, den zieht es regelmäßig in das Glasmuseum Immenhausen. Dieses ist bekannt für seinen Glaspreis, in diesem Jahr wird er nun zum achten Mal vergeben. Bewerben konnten sich in Deutschland lebende und arbeitende Künstler und Künstlerinnen mit zwei neuen Glasobjekten. So können die Besucherinnen und Besucher einen spannenden Einblick in die aktuellen Entwicklungen der zerbrechlichen Kunst gewinnen und staunen, was sich aus dem zerbrechlichen Material alles formen lässt. Der Freundeskreis Glas e. V. bietet einen Besuch mit Führung an: Am Sonntag 29. Mai 2022, 13 Uhr, startet die Gruppe mit Privat-Pkws am Parkplatz des EDEKA Marktes in Boffzen. In Immenhausen gibt es eine Führung zu den ausgestellten Arbeiten. Anschließend darf jeder seine Stimme für den Publikumspreis abgeben. Nach einem gemeinsamen Kaffeetrinken in Immenhausen klingt der Tag im Eulenkrug an der Weser aus.

Neben den Vereinsmitgliedern können sich der Halbtagesfahrt gerne weitere Interessierte anschließen. Diese melden sich beim Vorsitzenden Walter Waske unter Tel. 05271/950304 an.




Glaslampen und Licht: Eine Herausforderung nicht nur für Glasfreunde

Das richtige Beleuchtung für Wohnräume zu finden, ist nicht einfach – Dokumentarfilmer Dieter Wieland hat sich ausgiebig mit dieser Frage beschäftigt. Foto: Stefanie Waske

Der Dokumentarfilmer Dieter Wieland war stets ein Mahner für Maß und Funktion, für Qualität und eines an der Tradition geschulten Blickes. In seiner Fernsehreihe „Topographie“ widmete er sich seit den frühen 1970er Jahren dem Wohnen, der Landschaftpflege, dem Umweltschutz und der Denkmalpflege. Der Landshuter war vorwärtsgewandt, doch ein unerbittlicher Kritiker des nur Modischen, des unkundig Gekauften, fehlender Formen und greller Effekte. Glas stand in seiner Arbeit selten im Vordergrund.

Doch seit einiger Zeit ist Dieter Wielands 2002 entstandene Dokumentation „Licht und Lampen“ auf Youtube kostenlos verfügbar – und auch in der Mediathek des Bayerischen Rundfunks. Darin scheidet er nicht nur meinungsfreudig zwischen Modekrimskrams und Handwerkskunst, sondern hebt die Bedeutung von Licht und Lampen für gutes Wohnen und gutes Leben in unser Bewusstsein. Auch Designfans werden hier fündig werden, zahlreiche skandinavische und bajuwarische Glaslampen werden vorgestellt, auch die Klassiker von Wilhelm Wagenfeld und anderen. Klicken Sie den folgenden Link, um 44 Minuten lang unterhalten und gefordert zu werden: Topographie | 2002 Licht und Lampen – YouTube

Wandern Sie mit!

Spuren der Glas-Geschichte Boffzen entdecken Foto: Stefanie Waske

Der Freundeskreis Glas e.V. bietet im Jahr 2022 drei geführte Wanderungen entlang des Glasstelen-Weges an. Die Führung bietet Informationen zur Glasgeschichte, zur Entwicklung des Ortes und dauert ca. anderthalb Stunden. Startpunkt ist die Kreuzung „Bahnhofstraße“ und „Straße über den Gleisen“.

Eine Anmeldung ist zwingend erforderlich! Folgende Termine stehen zur Auswahl: Ostersonntag 17. April, Pfingstsonntag 5. Juni und Sonntag 16. Oktober jeweils ab 14 Uhr. Anmeldung unter Tel. 05271/950304

2022 – Das internationale Jahr des Glases

Entwürfe des Gestalters Heinrich Löffelhardt für die Glashütte in Zwiesel aus den 1950er Jahren. Foto: Stefanie Waske

Glas steht dieses Jahr im Vordergrund der Vereinten Nationen: 2022 wurde als Internationales Jahr des Glases ausgelobt. Ähnliche „Internationale Jahre“ gab es erst viermal, nämlich für Astronomie (2011), Chemie (2011), Licht (2015) und das Periodensystem bzw. indigene Sprachen (2019).

Ziel der Vereinten Nationen ist es, die Bedeutung des Werkstoffs Glas gleichermaßen für Wirtschaft und Gesellschaft hervorzuheben. Die Initiative ging von japanischen Glasmachern aus, wird zudem von der Amerikanischen Keramischen Gesellschaft und dem international führenden US-Glasmuseum in Corning, New York getragen.

Glas, so die Vereinten Nationen, ist ein steter Begleiter der menschlichen Entwicklung: Schmuck, Flaschen prägten seit vorgeschichtlichen Zeiten den Alltag, Lampen und Fensterscheiben entwickelten sich zu Alltagsgegenständen. Ohne Fernrohre und Teleskope kein Wissen vom All, ohne Mikroskope keine Kenntnisse über Mikroben und Zellen. Glühbirnen ermöglichen Lektüre und Arbeit, Glasfasern Gespräche und Kontakte in die ganze Welt.

Das Internationale Jahr des Glases wird mit Festivals und Konferenzen gefeiert werden, doch auch mit zahlreichen Ausstellungen. Der Werkstoff Glas soll helfen, globale Probleme wie Nachhaltigkeit, faires Wachstum und eine verbessere Lebensqualität anzugehen. Geplant sind dazu auch Kurse in Schulen, Ausstellungen in Museen und anderen Kulturveranstaltungen. Wir werden ausloten, ob all dies auch etwas für die Glasfreunde ist.

Nähere Informationen findet man unter:

Home | International Year Of Glass 2022 (iyog2022.org)

International Year of Glass – The American Ceramic Society

Glasharfenkonzert begeistert

Oben: Konzertglasharfenistin Susanne Würmel, unten links in der vorderen Reihe Landrat Michael Schünemann und Superintendentin Christiane Nadjé-Wirth, unten rechts Walter Waske dankt Susanne Würmel. Fotos: Stefanie Waske

Autsch! Ein Kaktus, der sticht – aber nur musikalisch. In Boffzen wurde „Mein kleiner grüner Kaktus“ aber nicht von einem Männersextett präsentiert, sondern von Susanne Würmell und ihrer Glasharfe. Das ungewöhnliche Instrument ähnelt einer Reihe Weingläser auf einem Tablett. Die Töne klangen hell, klar und zart, mal schnippsig kurz, mal lang summend, mal melodisch kreisend.

Das Konzert mit der Hannoveraner Künstlerin hatte der Freundeskreis Glas eigentlich bereits zur Einweihung des Glasstelenwegs ein Jahr zuvor organisiert. Wegen der Corona-Pandemie war es verschoben worden und fand nun vor ausverkauftem Haus in der Evangelischen Erlöserkirche Boffzens statt. Die Zuhörerinnen und Zuhörern begrüßten der Vorsitzende des Freundeskreises Glas, Walter Waske, und die ehemalige Pastorin der Gemeinde, Superintendentin Christiane Nadjé-Wirth. Auch Landrat Michael Schünemann war zu Gast. Er vertrat als Vorsitzender die Kulturstiftung des Landkreises, die das Konzert finanziell unterstützt hatte.

Musikerin Susanne Würmell bot eine beschwingte musikalische Reise durch die vier Elemente Erde, Wasser, Luft und Feuer und über die Kontinente. Mit ihren zehn Fingern und etwas Wasser setzte sie die 43 Kristallgläser in sphärische Schwingungen. Es erklangen unter anderem ein Walzer von Dimitri Schostakowitsch, ein Tango von Astor Piazolla und die Wassermusik von Georg Friedrich Händel. Dazu erzählte Susanne Würmell Geschichten und Poetisches, erläuterte die Stücke, ihre Komponisten, ließ auch die Geschichte der Glasharfe aufblitzen. Das Publikum zeigte sich fasziniert vom Instrument wie von der Künstlerin und dankte mit großem und lang andauerndem Applaus.

Susanne Würmell spielt das Sternschnuppenscherzo Etoiles Filantes vom Glasmusiker Bruno Hoffmann, Video: Stefanie Waske

Heimat- und Geschichtsverein Holzminden besucht Glasstelenweg

Glas und seine Geschichte – dieses spannende Thema hat den Heimat- und Geschichtsverein Holzminden schon häufig beschäftigt, beispielsweise bei Erkundungen der mittelalterlichen Wanderglashütten des Sollings und des Iths. Beim gestrigen Besuch des Vereines in Boffzen stand jedoch die neuere Geschichte im Zentrum, nachdem die Gründung von Glashütten den Weg in Industriemoderne gebahnt hatte. Der Freundeskreis Glas hatte bereits vor einem Jahr einen Glasstelenweg zu 150 Jahren Glasindustrie Boffzens eröffnet – und nun ließ die Pandemielage einen persönlichen Besuch zu. Zu der von ihrer Vorsitzenden Marlies Linnemann angeführten Gruppe des Heimat- und Geschichtsvereins Holzminden stießen noch eine Reihe weiterer Besucher aus Boffzen und umliegenden Orte.

Walter Waske, Vorsitzender des Freundeskreises Glas und die Autoren des Gasstelenweges, PD Dr. Uwe Spiekermann und Dr. Stefanie Waske, führten die Gruppe zu wichtigen historischen Orten, auch die Vorstandmitglieder des Boffzener Vereins Hans-Hermann Henze und Gerda Henke ließen sich den Austausch nicht entgehen. Schwerpunkt des Rundgangs war die Sozialgeschichte, die Konturen und Unterschiede zwischen dem Leben der Unternehmerfamilien und der Glasarbeiter. Es ging vorbei an Villen und Arbeiterhäusern, den Glashütten und der früheren Konsumgenossenschaft. Zudem tauschten man sich noch über gemeinsame Themen aus, insbesondere die Geschichte der Nationalsozialismus und der jüdischen Geschichte. Anderthalb Stunden waren anfangs anberaumt, zwei Stunden vergingen schließlich wie im Flug.

Wer mehr über den Heimat- und Geschichtsverein Holzminden und seine Arbeit wissen möchte, der findet unter https://hgv-holzminden.de/ reichhaltiges Material. So viel schon vorab: Der Heimat- und Geschichtsverein für Landkreis und Stadt Holzminden e.V. (HGV) besteht seit 1983. Es geht den Mitgliedern um eine kritische und rückfragende Heimat- und Naturkunde, um die Erforschung der reichen Geschichte der Region seit dem Mittelalter bis zur Gegenwart. Die Forschungen werden durch Vorträge, Veranstaltung und Publikationen einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt.

Impressionen vom Rundweg: Oben erläutert PD Dr. Uwe Spiekermann die Arbeitersiedlung Steinbreite, rechts berichtet Dr. Stefanie Waske von der Unternehmerfamilie von Campe und unten begrüßen die Vereinsvorsitzenden Marlies Linnemann und Walter Waske die Gruppe. Fotos (3) Stefanie Waske (1) Uwe Spiekermann

Glasharfen Konzert in der Erlöser Kirche in Boffzen

Wer dabei sein will, muss sich beeilen: Für das Glasharfen Konzert am 7. November 2021 mit Susanne Würmell in der Erlöser Kirche Boffzen gibt es nur einige Restkarten. Dieses verbindet Glasmacherkunst mit Musik, die weltweit verbindet und begeistert. Mit zehn Fingern und etwas Wasser entlockt die Musikerin ihrem Instrument Töne, die von eindringlicher Kraft und Klarheit sind, aber auch zerbrechlich wie das Glas selbst. Musiklegenden tönen aus 43 von der Künstlerin selbst geschliffenen Kristallkelchen, der Glasharfe. Zu Gehör kommt u.a. Frank Sinatra, Astor Piazzolla, Felix Mendelssohn-Bartholdy, die Comedian Harmonist, Wolfgang Amadeus Mozart und Johann Sebastian Bach.

Ursprünglich war das Konzert im Rahmen der Eröffnung des Glasstelenweges geplant gewesen. Damals konnte es wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden. Umso mehr freut sich der Verein, diese musikalische Veranstaltung nun nachholen zu können.

Der Eintrittspreis beträgt im Vorverkauf 8 Euro pro Teilnehmer, an der Abendkasse 10 Euro.

Beginn ist 17 Uhr, Einlass ab 16.30 Uhr. Vor dem Konzert bietet das Kirchen Café ab 15 Uhr Kaffee und Kuchen.

Für das Konzert gilt die 2-G-Regel als Teilnahmebedingung. Das heißt nur Genesene und Geimpfte können am Konzert teilnehmen, die entsprechenden Nachweise sind zum Konzertabend mitzubringen. Eine Maskenpflicht während des Konzerts besteht nicht. 

Anmeldung: Per Telefon bei Walter Waske, 05271/950304 mit Angabe der Wohnungsanschrift, oder per E-Mail: walter.waske@t-online.de

„Wir trotzen dem Vandalismus!“

Glasstelenweg in Boffzen wieder vollständig

Sichtliche Freude bei Walter Waske und Karl-August Fricke vom Freundeskreis Glas in Boffzen: Nach zehn Wochen ist der Rundweg auf den Spuren der Glasindustrie wieder vollständig. „Wir trotzen dem Vandalismus! Uns war es wichtig, den Besucherinnen und Besuchern rasch wieder einen kompletten Glasstelenweg bieten zu können“, betont Vorsitzender Waske. Unterstützt vom Mitarbeiter der Samtgemeinde Boffzen Manfred Reichenauer, hatten er und Fricke die fehlende zehnte Stele aufgestellt.

Karl-August Fricke, Manfred Reichenauer und Walter Waske beim Aufstellen der Glasstele.  Fotos: Brigitta Waske

Am frühen Morgen des 14. Mai 2021 hatten laut Augenzeugen Jugendliche die Stele aus der Verankerung gerissen und zerstört. Die Täter wurden von der Polizei bisher nicht dingfest gemacht. „Bitte rufen Sie immer die Polizei, wenn Sie Vandalismus beobachten. Das ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat“, betont der Vorsitzende des Freundeskreises. Die Hoffnungen, dank der Personenbeschreibungen würden sich die Täter rasch ermitteln lassen, blieben bis heute unerfüllt. Die 2000 Euro Schaden teilen sich der Freundeskreis Glas und die Gemeinde Boffzen. Die Fußstütze war noch zu benutzen, das Sicherheitsglas der Stele hingegen vollkommen zersplittert.

Sachdienliche Hinweise sind weiterhin gefragt: Melden Sie diese bitte an die Polizeistation Boffzen, Telefon: 05271-694820.

Der Boffzener Glasstelenweg in den Lauenförder Blättern

„Geschichte abseits von Museum und Buch: Der Boffzener Glasstelenweg“ lautet der griffige Titel eines just in den Lauenförder Blättern (Jahrgang 9, 2021, Ausgabe 24, Seite 5-10) erschienen Artikels. Darin stellen Uwe Spiekermann und Stefanie Waske den von ihnen konzipierten Glasstellenweg kurz vor, erläutern dessen Themen und Schwerpunkte und benennen die wichtigsten Förderer und Unterstützer.

Die „Lauenförder Blätter“ werden von Erich Gauding (Niederes Feld 10, 37697 Lauenförde, lauenfoerder-blaetter@t-online.de, Tel.: 05273-1265) in Verbindung mit dem Heimat- und Geschichtsverein Lauenförde e.V. herausgegeben. Die reich bebilderte Zeitschrift zur Lokalgeschichte kostet 3 € pro Ausgabe. Auswärtigen wird das Heft gegen eine Kostenpauschale von 1,50 € auch gerne zugesandt.

Foto: Stefanie Waske

Ein gläsernes Rätsel

Blick von oben auf den Gegenstand. Foto: Stefanie Waske

Manchmal stolpert man über eigenwillige Glasobjekte. So wie diesen Glashohlkörper, der aus einem Gebrauchtwaren-Kaufhaus stammt. Auf den ersten Blick erinnert er an eine Blumenvase. Doch die Pressglasnähte an der Oberfläche erinnern mehr an ein Vorratsglas. Die Marke am Boden verrät, dass der Gegenstand in der Georgshütte in Boffzen entstanden ist. Wir freuen uns über Ihre Hinweise, um was es sich handelt und sind gespannt. Schreiben Sie uns unter: freundeskreisglas@gmail.com

Erinnert ein wenig an eine Vase. Foto: Stefanie Waske